FAQ

Wenn eine Aktion des gewaltfreien zivilen Ungehorsams erst einmal begonnen hat, hat sie bereits gewonnen. Denn diese Art von Aktion stellt für die Behörden ein Dilemma dar. Wenn die Behörden die Aktion zulassen, verlieren sie ihr Gesicht, und neue Menschen schliessen sich der Aktion an. So vergrössert sich das Ausmass der Störung. Wenn die Behörden die Aktion unterdrücken, geben sie den Demonstrant*innen die Möglichkeit, ihre Entschlossenheit und Furchtlosigkeit unter Beweis zu stellen, sich durch die Aufrechterhaltung der gewaltfreien Disziplin Respekt zu verschaffen und die Konsequenzen zu tragen. Dies erhöht die Bedeutung des Themas in der öffentlichen Debatte und bringt neue Menschen in die Rebellion. Diese klassische Strategie der Gewaltlosigkeit hat in der Geschichte grossen Erfolg gehabt. Sollten unsere drei Forderungen nach der Rebellion im Oktober nicht erfüllt werden, wird die Herausforderung darin bestehen, das absolute Maximum aus dem Schwung herauszuholen, damit der Umbruch danach schnell eintritt. schliesslich (es mag kitschig klingen aber es ist wahr): Das Richtige zu tun, kann niemals ein Misserfolg sein. Angesichts der Tatsache, dass die Regierungen die Menschheit in Richtung Massentod und Leid steuern, war es nie richtiger, jetzt zu rebellieren.

Vor 30 Jahren war es an der Zeit, zu rebellieren. Der nächstbeste Zeitpunkt ist JETZT.

Die politische Macht liegt zwar in Bern, aber in Zürich leben die meisten Menschen. Erstens können grossflächige Störungen in der grössten Stadt der Schweiz von der Regierung, an die wir unsere Forderungen richten, unmöglich ignoriert werden. Zweitens ist dies der Ort, an dem die Rebellion die meisten Menschen erreichen wird, und die Menschen sind es, an die wir unsere Forderungen richten. Wir haben keine Freude daran, das tägliche Leben der Menschen zu stören, aber wir erkennen die Macht der Störung, um Gespräche zu entfachen, die Menschen dazu zu bringen, einen Schritt zurückzutreten und ihre bisherigen Annahmen über die Realität um sie herum zu hinterfragen. Wenn das Theater brennt, ist es notwendig, das Stück zu unterbrechen, um Alarm zu schlagen.

Wir konzentrieren uns auf das Notwendige. Nichts anderes hat bisher funktioniert, und wir rasen schneller als je zuvor dem Aussterben entgegen. Wenn es also nötig ist, werden wir uns in der grössten Stadt der Schweiz friedlich auf die Strasse setzen, eine Massenstörung verursachen und uns so lange weigern, uns zu bewegen, bis die Regierung aufhört, unsere grundlegenden, völlig vernünftigen Forderungen zu ignorieren, oder bis alle verhaftbaren Rebellen in Gewahrsam sind. Nichts anderes wird ausreichen, wenn der Zusammenbruch der Zivilisation und der Verlust von allem, was einem/r lieb ist, droht.

Der Grad der Störung, der durch eine Aktion erreicht wird, ist völlig unabhängig von der Anzahl der beteiligten Personen. 100'000 auf einem legalen Marsch stören nichts. Eine Person, die allein auf einer Autobahn sitzt, hingegen schon. Unsere Rebellen sind in der Lage, genau so viel gutmütiges Chaos zu verursachen, wie sie glauben, dass es notwendig ist, um ihre Ziele zu erreichen. Störungen sind jedoch nur ein Mittel zum Zweck - wir werden nicht gewinnen, wenn wir nicht einen Wirbelsturm in der Gesellschaft erzeugen, der eine grosse Zahl von Menschen dazu inspiriert, sich diesem Kampf um ihr Leben anzuschliessen. Hier kommen Zahlen ins Spiel: Je mehr Menschen wir zu Beginn der Rebellion sind, desto mehr Menschen werden wir in den nächsten Tagen inspirieren und anziehen, um eine Dynamik aufzubauen und wirklich unaufhaltsam zu werden. Schließen Sie sich uns an, bringen Sie Ihr Gewicht ein, und gemeinsam werden wir unaufhaltsam sein!

Einige Leute haben die Rebellion für ihren Einsatz von Massenverhaftungen kritisiert, mit der Begründung, dass nicht alle Menschen im Angesicht einer Verhaftung gleich sind. Es ist absolut richtig, dass manche Menschen schlimmere Konsequenzen riskieren als andere, zum Beispiel wenn sie sich in einer prekären Situation befinden, keinen Ausweis haben oder eher mit Polizeigewalt zu rechnen ist. Wir glauben, dass Privilegien mit der Verantwortung einhergehen, sie zum Wohle der Allgemeinheit zu nutzen. Diejenigen, die das Gesetz mit den geringsten Kosten für sich selbst brechen können, haben die Pflicht, dies als Erste zu tun. Das gilt für uns im Westen und für die Privilegiertesten unter uns im Westen. Es wäre jedoch viktimisierend und entmündigend zu unterstellen, dass diejenigen von uns, die mehr zu verlieren haben, wahrscheinlich nicht mutig genug sind, eine Verhaftung zu riskieren.

Entscheidend ist, dass jede*r über seine*ihre Rolle in der Rebellion voll informiert ist. Die Rebellion tut zu jeder Zeit ihr Bestes, um sicherzustellen, dass niemand versehentlich verhaftet wird, ohne darauf vorbereitet zu sein, und dass die Menschen vor, während und nach der Verhaftung unterstützt werden.

Die Strategie der Extinction Rebellion basiert auf “momentum-driven organizing”. Wie in einem Dominospiel wollen wir den ersten Anstoss geben, der die Gesellschaft in Bewegung setzt und sie an einen sozialen Kipppunkt bringt, über den hinaus ein tiefgreifender politischer Wandel unvermeidlich ist. Das System ist darauf angewiesen, dass die Menschen dafür arbeiten. Die Säulen der Macht brechen aber zusammen, sobald genügend Menschen sich weigern, weiter mitzumachen, und mörderischen Projekten ihre Unterstützung entziehen. Das bedeutet, dass unsere Aktionen sich direkt oder indirekt an die Öffentlichkeit richten und unsere Mitbürger*innen herausfordern, ihrerseits ungehorsam zu sein.

Wir verherrlichen Mitbürger*Innen, die verhaftet werden, nicht gegenüber denen, die sich nicht in diese Rolle begeben wollen. Wir arbeiten an einer regenerativen Kultur der Dankbarkeit, die jeden Beitrag zur Bewegung wertschätzt, zumal viele Rebellen in verschiedenen Rollen viel für die Bewegung opfern. Auf jede verhaftete Person kommen etwa 10 Rebellen, die hart daran gearbeitet haben, dies zu ermöglichen! Wenn jedoch Massenverhaftung als Strategie gewählt wurde, muss sie gefeiert und “cool” gemacht werden. So wird die Strategie für die Rebellen und für die Bewegung nachhaltig ist (z. B. gab die serbische Bewegung Otpor!, die Milosevic stürzte, Leuten, die zehnmal verhaftet wurden, ein spezielles T-Shirt). Je unangenehmer die Verhaftungen sind, desto besser müssen die Rebellen vorbereitet sein. Verhaftet zu werden ist keine leichte Angelegenheit, und wir machen das deutlich, indem wir unsere Rebellen in unseren Trainings für gewaltfreie direkte Aktionen mit rechtlichen und psychologischen Tipps gut vorbereiten. Es ist jedoch auch eine taktische Entscheidung, die Verhaftung durch Jubel und Klatschen zum Spass zu machen. Es ermutigt die Rebellen, verunsichert die Polizei ermutigt auch letztlich mehr Menschen zum Ungehorsam.

Die Schweiz plant, ihre Netto-Kohlenstoffemissionen bis 2050 auf Null zu reduzieren und damit das international vereinbarte Ziel zu erreichen, die globale Erwärmung auf maximal 1,5°C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Abgesehen von der Tatsache, dass diese Frist viel zu spät ist, um eine sichere und gesunde Zukunft für uns alle zu gewährleisten (siehe Frage: “Warum 2025?"), hat die Schweiz immer noch keinen konkreten Plan, wie sie das Netto-Null-Ziel für 2050 umsetzen und erreichen will. Das ist nicht wirklich beruhigend, oder?

Eine wichtige Taktik der Rebellion ist die Massenverhaftung. Sie tritt in die Fussstapfen vieler erfolgreicher friedlicher Bewegungen, die sich dieser Taktik bedient haben. Massenverhaftungen dienen zwei Hauptzwecken. Erstens dient sie als Signal der Ehrlichkeit: Durch dieses Opfer beweisen die Teilnehmende, dass sie nicht aus Eigennutz handeln, und sie demonstrieren ihr starkes Engagement. Dies verschafft ihnen den Respekt und das Vertrauen der Öffentlichkeit und erhöht die Bedeutung des Problems in der öffentlichen Wahrnehmung: Es ist tatsächlich so schlimm, dass die Menschen bereit sind, ihre Freiheit zu opfern, um es zu stoppen. Dies ist besonders wichtig, wenn man gegen die Klima- und Umweltkatastrophe in der Schweiz kämpft: Die Protestierenden kämpfen nicht spezifisch gegen ihre eigene Unterdrückung, noch sind sie selbst am meisten von der Krise betroffen. Damit ihre Stimmen ernst genommen werden, müssen sie ihre absolute Ernsthaftigkeit demonstrieren. Zweitens dient sie dazu, die Polizei und das Justizsystem zu überwältigen und die Gerichte zu stören. Wenn sie soweit gekommen sind, bringen die Demonstranten das Thema ins Zentrum des Justizsystems. Sei es durch Hunderte von aufrichtigen Zeugenaussagen oder durch Verweigerung der Zusammenarbeit während des Prozesses. Die Zielscheibe ihres Aktivismus werden die Richter*innen selbst.

Nein, natürlich nicht. Wir haben keine Freude daran, das tägliche Leben der Menschen zu stören, aber wir erkennen die Macht der Störung, um Gespräche zu entfachen, die Menschen dazu zu bringen, einen Schritt zurückzutreten und ihre bisherigen Annahmen über die Realität um sie herum zu hinterfragen. Wenn das Theater brennt, ist es notwendig, das Stück zu unterbrechen, um Alarm zu schlagen.

Das Ziel und die Strategie der Rebellion besteht darin, die Wahrheit zu sagen. Wir sind hier, um zu kommunizieren, was notwendig ist (siehe auch unser erstes Prinzip). Nicht um zu versuchen, zu erraten, was politisch machbar ist oder nicht. Nach dieser Logik hätte unsere Forderung “Kohlenstoffneutralität bis 1975” lauten können, aber das ist nicht nur politisch, sondern auch physikalisch unmöglich. Die nächstbeste Lösung ist 2025. Eine wissenschaftliche Begründung, Erklärung des Kohlenstoffbudgets usw. finden Sie hier.

Im Gegensatz zu vielen grossen NGOs, Stiftungen und sogenannten Klimakommunikator*innen sprechen wir das Ausmass des Problems unverblümt an. Angst ist eine normale und gesunde Reaktion auf die Wahrheit. Wir versuchen nicht, die Menschen vor ihr zu schützen. Dies aus folgenden Gründen: Erstens geben wir den Menschen mit der Wahrheit die Möglichkeit, sich den Fakten und ihren Gefühlen zu stellen und produktiv weiterzukommen. Ohne die Wahrheit verweigern wir ihnen diese Chance. Zweitens ist es zwar richtig, dass die Wahrheit über das Klimakollaps einige Menschen überwältigt. Aber sie hilft anderen, die Dringlichkeit zu spüren und als Rebellen in den Notfallmodus zu gehen. Manche Menschen mögen von der Wahrheit vorübergehend “abgeschreckt” sein, werden sie aber im Laufe der Zeit verarbeiten und dann später in den Notfallmodus übergehen. Um zu verhindern, dass sie durch Angst und Hilflosigkeit gelähmt werden, nutzen wir nicht nur die Angst, sondern zeigen auch Wege zum Handeln auf und befähigen die Menschen, für das zu kämpfen, was ihnen wichtig ist. Wir müssen die Menschen daran erinnern, dass soziale Bewegungen wie die Rebellion unglaublich schnelle und grosse Veränderungen bewirken können. Natürlich ist das schwierig. Natürlich werden sich die Menschen ängstlich, wütend und trauernd fühlen. Wir ermutigen die Menschen, diese Gefühle anzuerkennen und zu lernen, sie als Aufforderung zum Handeln zu sehen.

Wir bewundern die harte Arbeit von Menschen und Organisationen, die versuchen, kohärente politische Vorschläge auszuarbeiten. Wir halten sie für absolut notwendig. Aber die Rebellion füllt eine andere strategische Nische: Unser Hauptziel ist es, auf friedliche Weise für Unruhe zu sorgen und somit die Öffentlichkeit anzusprechen. Wir wollen sie dazu bringen, Stellung zu nehmen, mit uns zu sympathisieren, und zu rebellieren. Um eine maximale Beteiligung zu ermöglichen, mussten wir uns auf drei minimale Forderungen einigen: die Wahrheit sagen, jetzt handeln und Bürgerversammlungen zum Thema Klima und ökologische Gerechtigkeit einberufen. Sie erscheinen uns als Menschen äusserst respektabel und legitim. Wir verlassen unsere sozialen Blasen und holen die Menschen dort ab, wo sie sind, unabhängig von ihren persönlichen Ansichten zu bestimmten politischen Massnahmen. Als eine selbstgewählte Gruppe von Menschen haben die Rebellen keine Legitimation, irgendjemandem eine Politik aufzuzwingen - wir fordern jedoch, dass Bürgerversammlungen, die die Menschen dieses Landes in ihrer Vielfalt repräsentieren, über den besten Weg nach vorn entscheiden.

Die wichtigste Wahrheit, die wir der Welt vermitteln wollen, ist, dass der Zusammenbruch des Klimas und der ökologische Kollaps eine universelle Bedrohung darstellen. Wir erkennen auch an, dass wir nicht alle gleich sind, wenn es um diese Bedrohungen geht. Zudem tragen nicht alle die gleiche moralische Verantwortung. Dies anzuerkennen ist der Schlüssel zu globaler Gerechtigkeit und einer Zukunft für alle. Doch oft sind die Menschen erst dann bereit, Opfer zu bringen und zu rebellieren,wenn sie das schützen, was ihnen persönlich am wichtigsten ist. Gemeinsam müssen wir daher Raum für jede Form von Trauer, Wut und Sorge schaffen. Wir verbinden uns in Empathie, ohne eine Hierarchie des Leidens aufzustellen. Wir kommen, wie wir sind, und treffen die Menschen dort, wo sie sind. Die Gründe, sich der Rebellion anzuschliessen, sind so zahlreich und vielfältig wie die Bevölkerung der Schweiz. Wir sprechen aus unseren eigenen Erfahrungen, und gemeinsam verkörpern wir eine facettenreiche Wahrheit, die aus einer Vielzahl von gelebten Realitäten besteht.

Wir wollen der Polizei keine Vorwürfe machen und verpflichten uns aufgrund unserer gewaltfreien Disziplin, der Polizei mit Respekt zu begegnen. Wir sind bereit, uns im Rahmen unserer Strategie verhaften zu lassen. Die Polizei spielt ihre Rolle, wir spielen unsere. In der Schweiz haben wir uns für die Rebellion im Oktober 2021 entschieden, uns frühzeitig mit der Polizei in Verbindung zu setzen und offen über unsere Pläne zu kommunizieren. Das erhöht die Sicherheit für alle Beteiligten und schafft für die Polizei ein interessantes Dilemma, das wir ausnutzen können. Das müssen die einzelnen Länder unter Berücksichtigung ihrer eigenen Umstände und der beschriebenen potenziellen strategischen Möglichkeiten herausfinden.

Wir haben Angst vor der Gewalt, die das Klimachaos und der Zusammenbruch des Ökosystems für die Menschheit verursachen werden. Um dies zu vermeiden, zielt die Rebellion darauf ab, Menschen zusammenzubringen und Bürger*innen-Versammlungen zu gründen. So wird die Wahrscheinlichkeit von Bürgerkriegen verringert. In dieser Logik ist die Rebellion strikt gewaltfrei und wird es immer bleiben. Darüber hinaus ist es auch eine taktische Entscheidung, unsere Gegner*innen mit Respekt zu behandeln, da dies die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie abtrünnig werden. Indem wir auf friedliche Weise für Unruhe sorgen, bringen wir die Regierung in ein Dilemma. Wenn sie uns weitermachen lässt, ermutigt sie andere, sich uns anzuschliessen. Wenn sie uns unterdrückt, untergräbt sie ihre eigene Legitimität und treibt noch mehr Menschen auf die Strasse. Unsere Strategie basiert auf der klassischen Gewaltlosigkeit und den Taktiken, die so viele Menschen auf der ganzen Welt zu historischen Siegen geführt haben, in so unterschiedlichen Kämpfen wie der Entkolonialisierung (Gandhi…), der Beendigung der Rassentrennung (Freedom Riders, Martin Luther King…), dem Sturz von Diktaturen (Otpor! in Serbien…), der Aufforderung an die Regierungen, etwas gegen die AIDS-Pandemie zu unternehmen (ACT UP!), oder, in der Schweiz, der Beendigung der Wehrpflicht (Kriegsdienstverweigerer).

Die Rebellen wollen die Macht nicht für sich selbst. Sie wollen anderen keine bestimmte Politik aufzwingen. Sie wollen, dass die gesamte Gesellschaft auf möglichst schnelle und demokratische Weise entscheidet, wie die Notfall Dekarbonisierung durchgeführt und die Menschheit vor dem Aussterben bewahrt werden kann. Die dritte Forderung der Extinction Rebellion ist, dass die Regierungen (auf lokaler, kantonaler, föderaler und internationaler Ebene) Bürger*innen-Versammlungen für Klima- und ökologische Gerechtigkeit einrichten und sich von ihnen leiten lassen. Sozialstudien haben gezeigt, dass dies ein effektiver Weg ist, aus der politischen Sackgasse zu kommen, wie die, in der wir uns derzeit befinden. Es ermöglicht “normalen” Bürger*innen, die die Bevölkerung in ihrer Vielfalt repräsentieren, einen echten Einfluss auf die Entscheidungen zu nehmen. Studien haben auch gezeigt, dass Bürger*innen-Versammlungen in der Regel kreativere und mutigere Vorschläge machen als die Politiker. Wenn strenge Regeln gehalten werden, erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass die vorgeschlagenen Massnahmen der sozialen Gerechtigkeit Rechnung tragen und von der breiten Bevölkerung akzeptiert werden. BürgerInnen-Versammlungen bringen die Menschen zusammen und helfen, gesellschaftliche Spaltungen zu überwinden (Stadt - Land, Jung - Alt, links - rechts - unpolitisch).

Was wir tun, ist verfassungsmässig, legitim und verhältnismässig angesichts der Klimakatastrophe, in der wir uns jetzt befinden. Gemäss unserem vierten Prinzip sind wir eine offene Bewegung und sind der Ansicht, dass Offenheit und Transparenz das Wachstum einer Massenbewegung ermöglichen. Unsere Aktionen sind nicht verdeckt, wir handeln in aller Öffentlichkeit und tragen die Konsequenzen unseres Handelns. Im Falle individueller Repressionen werden wir die Unterstützung organisieren, massiv an die Öffentlichkeit gehen und uns nicht darüber beschweren, sondern unsere Entschlossenheit und Furchtlosigkeit zeigen.

Es gibt unterschiedliche Strategien. Die Strategie der Extinction Rebellion basiert auf “momentum-driven organizing”. Wie in einem Dominospiel wollen wir den ersten Anstoss geben, der die Gesellschaft in Bewegung setzt und sie an einen sozialen Kipppunkt bringt, über den hinaus ein tiefgreifender politischer Wandel unvermeidlich ist. Wir sprechen die Öffentlichkeit an und bringen sie dazu, in der Klima- und Umweltkrise Partei zu ergreifen. Unsere Aufgabe ist es dann, die Chancen zu maximieren, dass möglichst viele Menschen sich uns anschliessen und gegen das Aussterben kämpfen. Das ist auch der Grund, warum wir uns immer auf ein minimales Set von 3 allgemeinen Forderungen beschränken, die möglichst viele Menschen ansprechen.

Die Rebellion zielt darauf ab, Tausende Menschen auf die Strasse zu bringen. Menschen aus allen Schichten, Menschen wie du und ich. Die Ziele, Botschaften und Methoden der Rebellion sind mit einem breiten Spektrum von Menschen kompatibel. Die Aufgabe besteht darin, Menschen zu befähigen, sich zusammen zu schliessen, um das, was ihnen am wichtigsten ist, vor dem Aussterben zu schützen.

Wir sind eine dezentralisierte Organisation - jede*r kann als Teil der Extinction Rebellion aktiv werden und Dinge im Namen der Extinction Rebellion tun, wenn er oder sie unsere gemeinsamen Forderungen verfolgt und dabei unsere Prinzipien und Werte befolgt. Dafür braucht es keine Erlaubnis. Grössere Gruppen von Rebellen arbeiten in einem selbstorganisierenden System zusammen, wie es bei XR Schweiz der Fall ist. Die Macht wird durch die Verwendung von Mandaten in Rollen investiert, anstatt von Menschen gehalten zu werden, und die Menschen sind autonom bei der Erfüllung des Zwecks der Rollen. Es ist ein kreatives System, das sich entsprechend den Bedürfnissen der Organisation entwickelt. XR Schweiz organisiert sich in Kreisen mit den Schwerpunkten Aktion und Strategie, Outreach und Massenmobilisierung, Medien und Botschaften, Finanzen und Fundraising, Regenerative Kultur, Selbstorganisation, Verbindung zur deutsch- und italienischsprachigen Schweiz und Recht. Ein übergreifender Kreis trifft sich, um den Informationsfluss zwischen den Teams zu verbessern und unklare organisatorische Fragen zu klären. Eine Übersicht ist auf holaspirit zu finden.

In der Schweiz hat Extinction Rebellion vor allem Geld von kleinen Spendern gesammelt. Sie veröffentlicht einen jährlichen Finanzbericht, der öffentlich zugänglich ist.

Finanzbericht 2020