Zürich, 12. Juli 2021\

Ich erwache mit einem Schreck durch das Geräusch von flatternden Fensterläden. Bald beginnen auch die Hagelkörner zu fallen. Eins, zwei, drei… Plötzlich… Die Sintflut, ohrenbetäubend. Ich schaue auf die Uhr: 01.50 Uhr. Das Geräusch wird lauter. Betäubt vom Schlaf, stehe ich auf und gehe zum Fenster. Und da packt mich die Angst im Bauch. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich kann nicht erkennen, was sich vor mir abspielt. Alles geht sehr schnell und durcheinander, der Regen, der Wind, der Hagel, der Wind, der Regen. Schneller, härter, noch härter. Egal, wie sehr ich mir einrede, dass ich sicher bin, dass es zu Hause, in der Schweiz, warm ist, dass mir nichts passieren kann - das hilft mir nicht. Angst durchfährt meinen Körper. Mir ist auch zum Weinen zumute.

Angst, wenn ich mir sage, dass meine Zukunft sehr wahrscheinlich so aussehen wird. Flut. Stürme. Seen und Flüsse, die kurz vor dem Überlaufen stehen. Entwurzelte Bäume. Verwüstete Ernten. Wiederholte Wetterwarnungen. Feuerwehrsirenen. Angst, wenn ich an die verwüstete Welt denke, die vor meinen Augen Gestalt annimmt.

Angst auch, wenn ich die Bilder der letzten Tage in meinem Kopf noch einmal durchspiele: Die vom Feuer zerstörte Stadt Lytton in Kanada, die Waldbrände in Kalifornien, die Überschwemmungen in Belgien und Deutschland, die Hungersnot in Madagaskar, die Rekordhitze im Death Valley. Der Drang zu weinen auch. Aus Angst, aber auch im Angesicht von so viel Ungerechtigkeit, Unverständnis und Ohnmacht. Ich fühle mich so überwältigt. Können wir das Schlimmste noch verhindern? Was kann ich tun, um nicht aufzugeben? Was kann ich, allein in dieser Wohnung, tun, um diese Katastrophe in irgendeiner Weise zu beheben? Und woher soll ich angesichts dieser Katastrophe die Kraft nehmen, zu kämpfen und zu handeln?

Der Sturm ist vorbei, wie er kam, der Hagel ist dem Regen gewichen. Ich gehe zurück ins Bett, mein Körper von Emotionen geschüttelt, mein Kopf voller Fragen. Aber ich bin auch von einer Selbstverständlichkeit überwältigt: Angesichts der Grösse der Aufgabe scheint mir eine Massenrebellion die einzige Lösung zu sein. Warum? Weil die Verschärfung der aktuellen Klimakrise von der Geschwindigkeit abhängt, mit der sich die Gesellschaft verändert. Und wie schnell sich die Gesellschaft verändert, hängt davon ab, wie viele Menschen dies fordern. Also lasst uns vereinigen. Treffen wir uns am 3. Oktober in Zürich und weigern wir uns, uns zu bewegen, bis die Regierung die Wahrheit über die existenzielle Gefahr sagt, der wir ausgesetzt sind. Und lasst uns bis dahin gemeinsam aus unseren Ängsten, unseren Schreien und unserer Ohnmacht die Kraft zum Handeln und Aufbegehren schöpfen. Für unser eigenes Überleben und das des gesamten Planeten.

Maria, eine Zürcher Rebellin

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Erkennst du dich in diesen Zeilen und in diesen Emotionen wieder? Die Sorge um die Umweltzerstörung und die Erderhitzung ist an sich recht rational, wenn mensch bedenkt, dass sie sehr negative Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden haben. Dies wird als Klima-Angst bezeichnet.
Um sie besser zu überwinden, gibt es zwei Lösungen: darüber reden und handeln.

Lerne es, darüber zu reden!

  1. lade deine Freunde ein, gemeinsam einen Empathiekreis zu machen
  2. Wende dich an unser Team für regenerative Kultur (xr-regenculture@protonmail.com), und informiere dich so über die nächsten Treffen in deiner Nähe oder online.
  3. Wenn du eher schüchtern bist, kannst du einfach dieses Video auf Social Media oder diese Petition zur Unterstützung der Rebellion posten, um eine Diskussion zu starten. Denn: Je mehr wir über die Klimakatastrophe sprechen, desto mehr werden wir die Kraft finden, sie zu bekämpfen.

Handle!

Mobilisiere deine Familie, Freunde, Nachbarn und KollegInnen. Erzähle ihnen von der Katastrophe und der Rebellion in Oktober als Lösung zu dieser Hilflosigkeit. Wie geht das? Motiviere eine kleine Gruppe von Bekannten (z.B. 6 oder mehr), und das Mobilisierungsteam wird eine.n Rebelle.n zu dir schicken. Diese Person wird den Background haben, um eure Fragen zum ökologischen und Klimanotstand zu beantworten, zur Geschichte des zivilen Ungehorsams und was die Idee dahinter ist. Und vor allem, wie ihr euch an der Rebellion im Oktober beteiligen könnt! Interessiert? Schreibe jetzt ein Mail an Cécile (massmobilizationch@riseup.net)

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« Sie sind in der Lage zu sehen, dass die Welt nicht in Ordnung ist. Gesunde Menschen in einer Welt, also, die nicht weiss, dass sie verrückt ist. » Charline Schmerber, über Klima-ängstliche Menschen

Mit Liebe und Wut,
Mélanie, Maria & Anaïs für das Newsletter Team